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Metasequoia glyptostroboides

Der Urwelt-Mammutbaum ist gleich dem Ginkgo ein lebendes Fossil, sogar im weiteren Sinne.
Er wurde im Jahre 1941 in einer unzugänglichen Bergregion in China entdeckt und war
zuvor nur durch Fossilienfunde bekannt. Er ist die einzige laubabwerfende Art der
Mammutbäume und kann bis zu 40 m hoch werden und einen Stammdurchmesser von über 3 m
erreichen. In seiner Gesamtgrösse ist er aber nicht mit den amerikanischen Arten
vergleichbar.
Zweige aus dem Alt-Tertiär, Spitzbergen:
Auch an den Zweigen stehen die Nadeln einander paarweise gegenüber, Nadellänge ca. 1,5 cm.
Quelle: Paläontologische Staatssammlung München, Foto: Höck
Alle Rechte liegen beim Paläontologischen Museum München,
mit freundlicher Genehmigung.
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Zwischen 1944 und 1948 studierten chinesische und nordamerikanische Fachleute sein
Vorkommen in den Bergen der Provinzen Sechuan und Hubei, das sich über annähernd 800
Quadratkilometer erstreckte. Bei der Untersuchung der Zapfen stellte sich schnell heraus,
dass der Neufund anders als vermutet mit der in China wachsenden Wasserkiefer Glyptostrobus
nicht so nah verwandt, vielmehr einer eigenen Gattung zuzurechnen war. Die Entdeckung eines
neuen, bis zu 40 Meter hoch werdenen Baumes wäre für sich schon eine Sensation gewesen.
Man erinnerte sich an die Publikation des japanischen Botanikers und Paläobotanikers Miki,
der kurz zuvor, auch 1941, fossile Reste einer Metasequoia, wie er seinen Fund wegen
gewisser Ähnlichkeit mit der Sequoia nannte, aus dem Pliozän beschrieben hatte. Diesem
Tertiärfossil glich der als neu erkannte Baum aus China in allen wesentlichen
Merkmalen. Daher war für letzteren schnell eine wissenschaftliche Bezeichnung gefunden:
Metasequoia glyptostroboides
Damit nicht genug. Bereits Miki konnte feststellen, dass etliche fossile
Zweigreste, die einst Oswald Heer in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus
Spitzbergen unter dem Namen Sequoia disticha beschrieben hatte, ebenfalls wegen der
Ähnlichkeit mit dem Immergrünen Mammutbaum Sequoia in Wahrheit Metasequoia-Zweige waren.
In der Folgezeit merkte man dann, dass der Urwelt-Mammutbaum, ausweislich vieler
Fossilfunde, während der Oberkreide und des Alt-Tertiärs eine weitverbreitete Konifere war.
Er muss damals in den Mischwäldern des nördlichen Amerika, Grönlands, des nördlichsten
Europa in Sibirien und Ostasien ein dominanter Bestandteil gewesen sein.
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Viele der als Sequoia langsdorfii, der fossilen Vorläuferin unseres Immergrünen
Mammutbaumes Sequoia sempervirens, bestimmten Fossilien mussten revidiert werden.

Nicht nur die in der Gegenwart bloss noch eine einzige Art umfassende Gattung Metasequoia
lässt sich in das Erdmittelalter zurückverfolgen, auch alle übrigen 15 Angehörigen der
Pflanzenfamilie der Sumpfzypressengewächse (Taxodiaceae) bewohnen ein enges Wildareal,
die Gattungen sind extrem artenarm und die allermeisten waren im Mesozoikum und Känozoikum
viel weiter verbreitet. Der Urwelt-Mammutbaum ist also mit Hilfe des Menschen in sein
ehemaliges Verbreitungsgebiet zurückgekehrt.
Zapfen aus dem Alt-Tertiär, Montana, Amerika: Zapfen mit Stiel 5 cm.
Quelle: Paläontologische Staatssammlung München, Foto: Höck
Alle Rechte liegen beim Paläontologischen Museum München,
mit freundlicher Genehmigung.
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